Die Zimber waren ein aus Bayern-Tirol stammendes Volk, das ab dem zehnten Jahrhundert bei der Besiedlung des Alpenvorlandes von Veneto und Trentino erwähnt wurde und in dieser Region die gewöhnlichen Tätigkeiten ihrer Ursprungsgebiete, dh die Forstwirtschaft, die Kohleproduktion und die Tierzucht betrieb. Dieses Volk kam gegen Ende des dreizehnten Jahrhunderts in die Lessinia, vor allem von der nahe gelegenen Hochebene von Asiago (erstes Siedlungsgebiet), aber auch aus den Ursprungsgebieten des westlichen Tirol und Südbayern.

Für lange Zeit glaubte man, dass dieses Volk von den Zimbern der Halbinsel Jütland – welches im Jahr 101 v. Chr. vom römischen Konsul Gaius Marius in der Schlacht von Raudii bei Vercelli besiegt worden war - abstammen könnte;

Gemäß dieser Theorie zogen die besiegten Zimber teils nach Norden, um in ihre Stammgebiete zurückzukehren und teils flüchteten sie in die südlichen Alpenhöhen sowie in die Lessinia, jedoch hat diese historische Rekonstruktion an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Auch der Name „Zimbern“ stammt nicht von diesem alten germanischen Volk, sondern aus dem Wort „Tzimbar“, mit der Tätigkeit der Holzfäller, deren viele Cimbern nachgingen, verbunden.

Die neue Siedler der Lessinia brachten ihre Bräuche, Traditionen, ihre Sprache und Rituale mit, wie etwa Namen von Gegenden in den Bergen von Verona zweifellos von der alten zimbrischen Sprache Taucias Gareida abstammen. Ähnlichkeiten mit den Bayrischen und Tiroler Alpentälern wecken unser Interesse. Ein Beispiel ist der Kult um den Heiligen Leonard von Limoges, der als der Schutzheilige der Zimber verehrt wird. 

Noch heute gibt es im Obervinschgau und in Westtirol Kirchen, die diesem Heiligen geweiht sind, Gebäude mit Ikonografien, Votivgaben und heilige Gegenstände, die große Ähnlichkeit zu jenen aufweisen, welche in der San Leonardo Kirche auf dem Monte San Moro -  inmitten der orientalischen Lessinia - zu finden sind.

Der Siedlerstrom aus den Ursprungsgebieten setzte sich auch im vierzehnten Jahrhundert fort, aber nach und nach verwirklichte sich in den folgenden Jahrhunderten ein Prozess der "Italianisierung" der Zimber, welcher zusammen mit dem Verlust von Traditionen, Sitten und Gebräuchen, beinahe zum Verschwinden der Zimbrischen Kultur geführt hat;

es ist nur durch die Anstrengung und die Leidenschaft beharrlicher und interessierter Menschen, durch das Werk des „Curiatorium Cimbricum Veronense“ und den Naturpark der Region Lessinia, dass der Schutz und die Förderung dieser ethno-kulturellen Besonderheiten der Berge von Verona heute lebendig sind, welche die Gebiete des Mittel und Ost - Lessinia auch im Hinblick auf den Kulturtourismus charakterisiert.

(Archiv des Regionalnaturparks Lessinia).