Die Lessinia war in der Vorgeschichte eine ideale Gegend für Gruppen von Jägern und Sammlern, die eine reichliche Vielfalt von Pflanzen und Tiere vorfanden, wie auch eine Fülle von Feuerstein, ein Rohstoff, dessen Bearbeitung die Erstellung von Werkzeugen und primitiven Waffen ermöglichte.

Archäologische Fundstücke aus dem ältesten Paläolithikum (vor 700.000 bis 130.000 Jahren) sind in einigen am Fuße der Berge liegenden Standorten gefunden worden, wie ein zweiflächiger Feuerstein in der Ortschaft Ca Palui auf den Hügeln von Verona; besonders interessant scheinen viele Zufluchtsorte, Höhlen und Hohlräume, die sich in mittleren und westlichen Tälern der Lessinia befinden und in einigen Fällen schon von Neandertalern (im mittleren Paläolithikum vor 300.000 bis 40.000 Jahren) und danach von Gruppen moderner Menschen (Homo sapiens) genutzt wurden.

Die in den berühmten Stätten der Grotta di Fumane und Riparo Tagliente (Grezzana) gefundenen Überreste erlauben eine genauere Rekonstruktion der Lebensumstände der beiden Menschengeschlechter.

Besonders sind die bemalten Steine, welche in der Grotte von Fumane gefunden worden sind. Sie sind Artefakte aus der ersten Phase des Jungpaläolithikums, unter ihnen der berühmte Schamane, ein mit rotem Ocker bemaltes Steinfragment, das einen Mann mit einer zweihörnigen Kopfbedeckung zeigt.

Die Lessinia hat, trotz Unterbrechungen aufgrund von klimatischen Veränderungen, eine wachsende Besiedlung und eine steigende Anzahl der ersten neolithischen Siedlungen erlebt, in denen sich der Wechsel von der Jagd zu den ersten rudimentären Formen der Landwirtschaft und Viehzucht verwirklichte;

Archäologische Hinweise sind in alten neolithische Dörfer, in Lugo di Grezzana, Scalucce (Fumane) Colombare di Negrar, entdeckt worden. 

Die Besiedlung dieser Orte lief in den folgenden Jahrtausenden weiter, bis das Aufkommen der Metallverarbeitung die Sitten und Bräuche der menschlichen Gemeinden radikal veränderte.

In dieser Zeit verstärkte sich die Besiedlung der Hügel und Berge immer mehr, besonders entlang der Bergrücken.

Diese Dörfer, die mit der Zeit befestigte Orten wurden, sind unter dem Begriff „Castellieri“ bekannt und ermöglichten eine wirksame Überwachung der Umgebung und eine gute Verteidigung. Als berühmtestes Beispiel gilt die Castelliere der Guaite südlich von St. Anne d'Alfaedo.

In der Eisenzeit beginnt eine Modernisierung derBaumethoden mit der Verwendung von Steinplatten. Besonders wichtig waren die Sieldungen des Monte Loffa über Sant'Anna d'Alfaedo, Castel Sottosengia in der Nähe von Breonio (Fumane) und Purga di Velo.

Schließlich hat die fortschreitende Romanisierung der Region viele Spuren auf dem Alpenvorland Lessinia gelassen, vor allem im äußersten Südwesten (San Giorgio di Valpolicella) und im Großteil der am Fuße der Berge liegenden Täler.